Kap. 1/ mein 1. Geburtstag

Heute ist mein erster Geburtstag in meinem neuen Leben - mein persönliches Osterfest - die Reise aus der tiefen Erschöpfung zurück zum Licht und ins Leben!

Ich habe in diesem vergangenen Jahr soviel über mich, über das Leben, über meisterliches Verdrängen und das schmerzhafte ehrlich-mit- mir-selbst-sein gelernt und bin heute froh und dankbar aus tiefstem Herzen!

 

Diese Reise begann am 17. April 2021, einem Sonntag.

Ich wollte aufstehen, hatte meine Pläne für diesen Tag, doch mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Ich war totmüde und scheinbar grundlos liefen die Tränen.

"Komm schon, was soll das; auf geht´s!" sagte ich mir, aber es funktionierte nicht; ich funktionierte nicht mehr..

Es war ein völlig seltsames Gefühl, nicht mehr die Kontrolle über meinen Körper und meine Emotionen zu haben. Mein Körper erlaubte mir noch, ins Bad aufs Klo und in die Küche zu gehen, um mir etwas zu essen und zu trinken zu holen. Dann sofort wieder hinlegen. Ausruhen, nur ausruhen, schrie alles in mir.

 

Ich schrieb dem Team, dass ich massive Herz-Kreislauf-Beschwerden hatte, was ja stimmte, und ich am nächsten Tag nicht kommen würde. Es dauerte noch einen weiteren Tag bis zum Termin bei meiner Hausärztin.

Ich musste, für meine Verhältnisse, unendlich langsam im Schneckentempo gehen, um zur Tram und schließlich in die Praxis zu kommen.

Ich saß im Sprechzimmer, die Ärztin kam herein, setzte sich mir gegenüber, schaute mich mitfühlend an und fragte: "Wie geht es Ihnen?" Ich antwortete:" Ich weiß nicht, was gerade mit mir los ist, aber ich kann einfach nicht mehr" und brach in Tränen aus. Mein Mundschutz wurde naß und klebte mir im Gesicht.

Sie nickte wissend und meinte:" Wir ziehen Sie jetzt erstmal für 14 Tage aus dem Verkehr und dann schauen wir weiter." Es war in diesem Moment eine unglaubliche seelische Entlastung zu wissen, dass ich mich noch etwas ausruhen durfte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht die leiseste Ahnung, welch langer Weg da vor mir liegen sollte, und das war gut so...

 

Auch wenn ich spüre, dass auch dieses Jahr noch meinem Aufbau dienen wird; eines steht für mich heute unumstößlich fest:

ohne den Beistand meiner Freunde, ohne die DAN Energie, ohne die Möglichkeiten des DAN Therapiesystems, sowie die familiäre Unterstützung, hätte ich es nicht geschafft, jetzt wieder so gut "zwäg" zu sein, wie der Schweizer sagt.

Dies erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Ich weiß jetzt, auf wen und auf was ich mich verlassen kann.